Das Wort, das zur Marke wurde

VEMOT hat seinen Namen von einem Wort. Kein erfundenes Wort, kein Markenname, der aus Silben zusammengesetzt ist, die nach ihrem Aussehen auf einem Etikett ausgewählt wurden, sondern ein echtes Wort mit einer tausendjährigen Geschichte – ein Wort, das im Schwedischen und Norwegischen existiert, weil die Erfahrung, die es beschreibt, es erforderte, in Sprache zu existieren.

Das Wort ist vemod.

Es gibt keine präzise englische Übersetzung, was zum Teil seine Bedeutung ausmacht. Die genaueste Annäherung ist Melancholie, aber Melancholie trägt zu viel klinisches Gewicht – es kommt aus dem Griechischen für schwarze Galle, aus der alten Theorie, dass Traurigkeit ein körperliches Ungleichgewicht war. Vemod ist keine Krankheit. Es ist keine Funktionsstörung. Es ist, wenn überhaupt, das Gegenteil – ein Zeichen dafür, dass etwas genau so funktioniert, wie es sollte.

Vemod ist das, was man an Schwellen spürt. Das Ende des Sommers. Der letzte Abend einer Reise, die man nicht enden lassen wollte. Der Moment, in dem man etwas Schönes entschwinden sieht. Es ist in den altnordischen Sagen als der besondere Schmerz präsent, den Krieger nach der Schlacht empfinden – nicht gerade Trauer, sondern die Last, irgendwo vollständig gewesen zu sein und mit völliger Klarheit zu wissen, dass man nicht zurückkehren wird. Es taucht im gesamten skandinavischen romantischen Dichtung des neunzehnten Jahrhunderts auf – bei Stagnelius, bei Tegnér – als das prägende emotionale Register der nordischen Seele, das Verständnis, dass Schönheit und Verlust keine Gegensätze sind, sondern dasselbe, aus zwei Blickwinkeln betrachtet.

Was Vemod von gewöhnlicher Traurigkeit unterscheidet, ist seine Beziehung zur Schönheit. Man kann kein Vemod über etwas Gleichgültiges oder Hässliches empfinden. Es erfordert, dass das, was man verliert – oder erinnert, oder enden sieht – wirklich, spezifisch kostbar ist. Es ist die Emotion der Person, die am Ende eines warmen Abends am Wasser steht und ohne Drama oder Selbstmitleid versteht, dass diese bestimmte Konfiguration von Licht, Wärme und Gesellschaft nicht wiederkommen wird. Es ist bittersüß im wahrsten Sinne – keine verdünnte Version von Süße oder Bitterkeit, sondern beides in voller Stärke, gleichzeitig gehalten.

In diesem Sinne ist Vemod kein Symptom des Verlustes. Es ist eine eigene Form der Dankbarkeit.

Es gibt einen schwedischen Ausdruck – vemodsfull – was bedeutet, von Vemod durchdrungen, voll davon. Er wird verwendet, um Musik zu beschreiben, die Trauer und Schönheit gleichermaßen trägt. Edvard Griegs langsamere Sätze werden oft als vemodsfull beschrieben. So auch bestimmte Gemälde der schwedischen Künstler der Skagen-Schule, die sich Ende des neunzehnten Jahrhunderts an der Nordspitze Dänemarks versammelten, um das lange nordische Sommerlicht zu malen, wie es über das Meer fiel – Licht, das in diesen Gemälden immer schon begann, sich zu verändern. Etwas als vemodsfull zu bezeichnen, ist niemals eine Kritik. Es ist eine Anerkennung der Tiefe.


VEMOT leitet seinen Namen von diesem Wort ab und fügt ihm eine kleine Sache hinzu: ein T.

Dieser letzte Buchstabe – der das weiche norwegische und schwedische Ende in einen härteren Abschluss verwandelt – ist der Klang des Moments, der ankommt, anstatt zu verweilen. Nicht das lange Verblassen der Nostalgie, sondern der genaue Augenblick der Erkenntnis. Vemod ist, was dir widerfährt. VEMOT ist das, wohin du dich entscheidest zurückzukehren.

Jede der sechs Kerzen in der Kollektion entstand aus einem Vemod-Moment – einer Erinnerung, die so gesättigt war mit Schönheit und Vergänglichkeit, dass sie einen Rückstand hinterließ, den Jahrzehnte nicht aufgelöst haben. Eine finnische Kindheit auf dem Land, verbracht mit Malen und Zeichnen in einem Raum, der nach gespitzten Bleistiften und Farbpigmenten roch. Ein Sägewerk am Waldrand, Sägemehl noch warm von der Tagesarbeit. Eine Fahrbücherei, die einmal pro Woche vor dem Haus hielt. Gärten, die im Laufe eines ganzen Lebens in mehreren Ländern gepflegt wurden. Sommer in Spanien, wo die Abende keine Grenzen hatten und die Nächte warm waren und niemand wollte, dass sie endeten. Ateliers in ganz Europa, deren Namen jetzt zu etwas Weicherem als Erinnerung verschwommen sind.

Dies sind keine nostalgischen Erinnerungen im sentimentalen Sinne. Sie sind präzise und physisch und noch im Körper präsent – genau deshalb kann der Geruch sie tragen. Von allen Sinnen ist der Geruch derjenige, der die Zeit ohne Vorwarnung, ohne Ihre Erlaubnis, ohne die Vermittlung des Denkens zusammenfallen lässt. Sie sind irgendwo, und dann erreicht Sie ein Geruch, und Sie sind ganz woanders – irgendwo, von dem Sie fast vergessen hatten, dass Sie es noch in sich trugen.

Eine VEMOT-Kerze anzuzünden bedeutet, sich bewusst dafür zu entscheiden, etwas voll und ganz zu fühlen. Nicht den Verlust davon – die Wahrheit davon. Das Verständnis, dass die schönsten Momente gerade deshalb schön sind, weil sie enden. Dass die Wärme eines Raumes am Ende eines langen kreativen Tages, die harzige Kälte eines finnischen Waldes, die besondere Melancholie eines Sommerabends, in dessen Verlust man schon ein wenig verliebt ist – diese Dinge zählten. Und das tun sie immer noch.

Das Wort Vemod existiert seit tausend Jahren.

Es brauchte all diese Zeit, um den richtigen Raum zu finden.


VEMOT ist eine nordische Duftkerzenmarke, die in Kopenhagen gegründet wurde. Die Kollektion von sechs Kerzen – WORKROOM, SILENT GREEN, ARCHIVE, AFTERIMAGE GARDEN, NIGHTSWIMMING und ATELIER 1887 – ist unter vemot.fi erhältlich.