ATELIER 1887 I moved through ateliers across Europe until the memories blurred into something softer than fact. High ceilings. Dress forms standing like quiet witnesses. The hush of serious work in near silence.
Diese Erinnerung gehört zu so vielen Orten und Städten. Es gab Ateliers in ganz Europa, Arbeitsräume mit hohen Decken und Schneiderpuppen, die wie stille Zeugen in den Ecken standen, Stoffballen, die an den Wänden gestapelt waren, die besondere Stille eines Ortes, an dem ernste Arbeit in nahezu völliger Ruhe verrichtet wurde. Ich habe so viele davon durchquert, dass sie nun zu etwas verschwommen sind, das sich weniger wie eine Erinnerung anfühlt und mehr wie ein Ort, den ich in mir trage.
Es begann lange davor. Meine Mutter liebte Kleidung, und ich wuchs damit auf, ihr zuzusehen, und dann setzte ich mich an ihre Nähmaschine, und dann konnte ich nicht mehr aufhören. Es gibt etwas an der Herstellung eines Kleidungsstücks, das einen packt. Die Geduld dabei. Wie ein Stück Stoff durch nichts als Zeit und Absicht zu etwas wird, das die Form eines Menschen annehmen wird.
Ich schuf Emotionen, die dreißig Jahre lang an einem Holzkleiderbügel hängen konnten. Ich zog von Stadt zu Stadt, von Atelier zu Atelier und lernte den besonderen Geruch jedes einzelnen kennen: warmer Stoff, Faden, die zarte Süße von gepressten Nähten, etwas Blumiges und Pudriges, das ich nie ganz lokalisieren konnte. Jasmin vielleicht. Lavendel aus einem Arbeitsraum im Süden. Die weiche bernsteinfarbene Wärme eines Raumes, in dem seit sehr langer Zeit schöne Dinge hergestellt wurden.
ATELIER 1887 beginnt mit Bergamotte und Lavendel, der klaren, besonnenen Luft eines Arbeitsraums am frühen Morgen. Jasmin und Lilie ziehen sich sanft und unaufgeregt durch die Mitte, der Geruch von Stoff und Blumen und stiller Konzentration. In der Basis legen sich Vanille, Moschus und Patchouli wie das Ende einer langen Anprobe, warm und nah, der Duft von etwas Fertigem.