Silent Green

SILENT GREEN Hinter dem Sägewerk begann der Wald ohne Zeremonie. Trockene Kiefernnadeln und klebriges Harz auf dem Boden. Tannenäste, die so tief hingen, dass sie einem ins Gesicht strichen, wenn man nicht aufpasste.

Im ländlichen Finnland beginnen die Sommermorgen still. Das Licht fällt tief und lang herein, und bevor alles andere erwacht, riecht das Sägewerk bereits nach dem gestern frisch gesägten Holz, nach Kiefernharz, das vom Vortag noch warm ist, nach Sägemehl, das seit undenklichen Zeiten langsam in der Sonne gebacken wurde.

Die Familie meines Vaters besaß eine Tischlerei und ein Sägewerk etwas entfernt von unserem Haus. Mein Großvater baute es zusammen mit seinen Söhnen. Es war einfach Teil der Landschaft, in der ich aufwuchs: tagsüber sein Geräusch im Hintergrund, abends seine Stille. Wenn die Arbeit getan war und alle nach Hause gegangen waren, streifte ich umher und zog meine Füße durch die Sägemehlhaufen.

Hinter dem Sägewerk begann der Wald ohne Zeremonie. Trockene Kiefernnadeln, scharf unter nackten Füßen. Tannenäste, die so tief hingen, dass sie einem ins Gesicht strichen, wenn man nicht aufpasste. Der Geruch von Moos und Harz und etwas Kälterem darunter, diese Art von Reinheit, die nicht vom Waschen kommt, sondern davon, dass die Dinge genau so sind, wie sie sind.

SILENT GREEN ist wie ein trockener, sonniger Tag im Wald; Kiefernnadeln und Zypresse, kühl und präzise, die Luft, die man unwillkürlich einatmet. Tannenbalsam füllt die Mitte, die harzige Wärme eines Baumes, der den ganzen Morgen in der Sonne gestanden hat. An der Basis Zedernholz und tiefes Harz: das Sägewerk am Ende des Tages, gestapeltes und stilles Holz, der ganze Wald destilliert in einem stillen Raum.

Das Sägewerk ist jetzt still. Aber es gibt einen Geruch, der alles mühelos zurückbringt; scharf, grün, ein wenig harzig, warm von innen.